Ein Tag bei den Murmeltieren

 

Eigentlich war es kein ganzer Tag, sondern mehrere Stunden an zwei  aneinander liegenden Tagen. Auf einer unserer schönen Wanderungen in den Tannheimer Bergen entdeckte ich sie. Etwa 15 Meter unterhalb des Weges auf einer leicht abschüssigen Wiese sah ich zwei  Murmeltiere. Es waren noch sehr junge Tiere. Nachdem wir sie eine Zeit lang  beobachtet hatten näherten meine Tochter und ich uns  den beiden ein paar Meter. Sie hatten überhaupt keine Scheu vor uns, im Gegenteil, sie schienen recht neugierig zu sein. Nachher hatten die beiden sich uns auf 3-4 Meter genähert. Über längere Zeit beobachteten und Fotografierten wir,  wie sie fraßen und umhertollten. Einen Schreck bekamen wir als einer der beiden sich aufrichtete und einen lauten Pfiff von sich gab (ganz schön laut wenn man direkt daneben sitzt). Im nächsten Moment  verschwanden die beiden in einem der Löcher ihres Baus. Der Pfiff war eine Warnung, auf einem der obenliegenden Wanderwege ging ein Hund den die Murmeltiere wohl als Feind ausmachten. Kurz darauf krochen  sie aber  schon wieder aus dem Loch hervor. Später haben wir erfahren, dass ein Stück von uns entfernt ein weiteres Murmeltier  aus seinem Loch geschaut hat.

Total begeistert von diesem Erlebnis bin ich am darauffolgenden Tag wieder oben auf den Berg, diesmal alleine, und besuchte die Murmeltiere. Jetzt sah ich auch das andere Murmeltier, ein Ausgewachsenes das aus einem Loch hervorschaute. Nachdem ich es eine Zeitlang beobachtet hatte kroch es  ganz aus seinem Bau heraus, während die zwei  Jungtiere weiter hinten auf der Wiese rumliefen. Ich freute mich als eines angelaufen kam um mit dem Alttier zu Schmusen und zu spielen. Es handelte sich wohl um das Muttertier. Kurz darauf trafen sich die zwei  Jungen wieder, sie stellten sich auf die Hinterbeine und hielten ihre Nasen aneinander. Das ist wohl ein Begrüßungsritual was ich so ähnlich mehrmals an diesem Tag beobachten konnte.
Das Alpenmurmeltier lebt in Kolonien die aus mehreren Tieren bestehen. An diesem Tag sah ich allerdings nur die drei in näherer Umgebung. Im Sommer fressen sie sich eine Fettschicht aus Gräsern und Kräutern an. Diese Fettschicht benötigen sie um den Winter zu überstehen. Ca. ein halbes Jahr legen sie sich zum Winterschlaf, wo der Herzschlag und die Atemfrequenz verringert werden um Energie zu sparen. Schlafen legen sie sich in Ihrem Bau der vorher mit Gras ausgepolstert wird. Am Ende meiner Beobachtungen fing eins der Jungtiere an Gras zu Pflücken, im Maul zu sammeln um es dann irgendwo im Bau abzulegen. Immer wieder wurde Gras gesammelt um dann in einem der vielen Löcher zu verschwinden. Ich weiß nicht ob es schon für den Winterschlaf gesammelt wurde denn wir hatten erst August. Ein schönes Tier wie ich finde das Ausgewachsen 3-6 kg wiegt. Ich hoffe, dass ich noch öfter die Gelegenheit bekomme  die Murmeltiere so beobachten zu können wie an den beiden Tagen.

Geschrieben von Andreas

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